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Sonntag, 17. Juli 2016

Buchtipp: Die Achse meiner Welt

2016 war für mich bisher kein gutes Lese-Jahr. Nachdem ich bis zum Frühling immerhin drei Romane gelesen hatte, blieb ich quasi stecken. Im April kaufte ich mir ein neues, vielversprechendes Buch, auf das ich in einer Zeitschrift aufmerksam geworden war und begann zu lesen, wurde mit der Story aber nicht so richtig warm. Weil die Geschichte aus drei einzelnen Handlungssträngen aufgebaut ist, die sich Kapitel für Kapitel abwechseln, habe ich das Buch tatsächlich dreimal von vorne angefangen, weil ich nach ein paar Tagen des Nicht-Lesens immer wieder vergessen hatte, was in welchem Handlungsstrang passiert war. Obwohl ich mittlerweile eigentlich gar keine Lust mehr auf das Buch hatte, versuchte ich acht Wochen lang immer wieder in die Geschichte zu finden, bis ich letztendlich nach rund 150 Seiten aufgab (und das tue ich wirklich sehr selten). Anstatt dessen schnappte ich mir die "Die Achse meiner Welt" von Dani Atkins, das ich neulich nichtsahnend für 1€ auf dem Flohmarkt mitgenommen hatte, weil mir das hübsche Cover und der Klappentext gefielen und... ohne zu wissen, dass es sich hierbei um eines der packendsten und emotionalsten Bücher aller Zeiten handelte, das mich trotz größter Müdigkeit bis um 2 Uhr morgens gebannt und mit klopfendem Herzen Seite für Seite verschlingen lassen würde.


Die Geschichte dreht sich um Rachel, die zu Beginn des Romans kurz vor Beginn ihres Traumstudiums steht und sich noch einmal mit ihren liebsten Schulfreunden zum Essen trifft, um den Start des neuen Lebensabschnittes zu feiern. Rachels Leben ist eigentlich perfekt - sie ist glücklich und sehr verliebt in ihren scheinbar traumhaften Freund, Matt. Doch schon in der nächsten Sekunde soll sich ihr Leben für immer verändern - ein Auto rast auf das Restaurant und somit auf die Clique zu. Alle schaffen es sich in Sicherheit zu bringen, alle außer Rachel. Ihr bester Freund aus Kindergartenzeiten, Jimmy, rettet ihr in letzter Sekunde das Leben und wird dabei aber selbst so schwer verletzt, dass er den Unfall nicht überlebt. Erst fünf Jahre später kann Rachel, die seit jeher physisch und psychisch unter den Folgen des Unfalls und vor allem unter dem Verlust ihres besten Freundes leidet, zur Hochzeit ihrer besten Freundin in ihre Heimatstadt zurückkehren. Am Abend vor der Hochzeit besucht sie Jimmys Grab und bricht vor Kummer und Schmerz auf dem Friedhof zusammen. Als sie später im Krankenhaus aufwacht, versteht sie die Welt nicht mehr - ihr Leben ist plötzlich ganz anders als sie es in Erinnerung hatte: Matt, zu dem sie die Beziehung nach dem Unfall vor fünf Jahren abgebrochen hatte, ist plötzlich ihr Verlobter, ihr vom Krebs gezeichneter Vater ist auf einmal wieder kerngesund und dann kommt plötzlich auch noch Jimmy zur Tür herein...


Die Geschichte ist einfach alles: Romantisch, emotional, hin und wieder richtig lustig, unglaublich tragisch und vor allem spannend bis zur letzten Seite. Wie auch Rachel habe ich mich die ganze Zeit gefragt, wie es sein kann, dass sich die Achse ihrer Welt mit ihrem Zusammenbruch auf dem Friedhof so sehr gedreht hat, dass sich alles geändert hat und selbst ihr toter bester Freund plötzlich wieder quicklebendig und dennoch zunächst sehr distanziert ist. Im Laufe der Geschichte haben Rachel und ich dann aber einfach irgendwann akzeptiert, dass sie scheinbar einfach eine zweite Chance bekommen hat, um ihr Leben neu zu beginnen und mögliche Fehler einfach auszubügeln - ein Leben, in dem ihr Verlobter Matt einfach nur furchtbar nervt und Jimmy hingegen ein absoluter Traumtyp ist, in den ich mich direkt mal mit verliebt habe. Während ich unbedingt wissen wollte, ob sich zwischen Rachel und Jimmy etwas entwickeln würde, vergaß ich zwischenzeitlich immer mal wieder, dass Jimmy ja eigentlich tot sein müsste und dass das Ganze ja auch irgendwie ein bisschen unrealistisch war. Am Ende, das mich sehr überrascht und zutiefst berührt hat, machte dann plötzlich doch alles Sinn.


Vielleicht klingt die Geschichte auf den ersten Blick etwas abgedreht, aber Dani Atkins verpackt die ganze Handlung absolut glaubwürdig und undurchschaubar und vermittelt dem Leser dabei eine ganz wichtige Moral: Folge deinem Herzen und mach das Beste aus deinem Leben. Vielleicht liegt es auch ein bisschen daran, dass ich schon lange mehr kein so gutes Buch mehr gelesen habe, aber von "Die Achse meiner Welt" konnte ich gar nicht genug bekommen. Ihr kennt doch sicherlich auch das Gefühl, wenn man ein richtig schönes Buch zu ende gelesen hat und auf der einen Seite ganz aufgewühlt ist und auf der anderen Seite wirklich traurig ist, dass das Buch zu ende ist und man es nun nicht mehr mit der gleichen Spannung nochmal lesen könnte, oder? Jetzt ärgere ich mich jedenfalls, dass ich den Roman so schnell gelesen habe und fühle mich ein wenig als hätte ich einen guten Freund verloren. Mit anderen Worten: Absolute Lese-Empfehlung! Sagt aber bitte nicht, dass ich euch nicht gewarnt hätte und ihr nachts eventuell vor lauter Lesedrang nicht schlafen könnt und das ein oder andere Taschentuch brauchen werdet!

So, was sollte ich jetzt unbedingt lesen, um den Lese-Blues zu überwinden?



1 Kommentar:

  1. Vielen Dank für den Tipp, das klingt toll! Habe mir das Buch direkt bestellt. :-)

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