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Donnerstag, 2. Juni 2016

Das Ende meines Studiums (& Unboxing der bürobox)

Ziemlich genau vor fünf Jahren saß ich in Irland an meinem kleinen Schreibtisch und füllte so viele Uni-Bewerbungen wie nur möglich aus (das ist kein Witz - aus Angst keinen Studienplatz zu bekommen, schickte ich die maximale Anzahl an Bewerbungen für verschiedene Studiengänge und Fächerkombinationen an alle Unis in Hessen). Nun, fünf Jahre später, stehe ich ganz kurz vor dem Abschluss meines Englisch/Erdkunde-Lehramtsstudiums und es ist an der Zeit, ein wenig über die vergangenen Jahre zu philosophieren. Studieren wollte ich nämlich eigentlich überhaupt nicht. Als ich das Abi endlich in der Tasche hatte, wusste ich bloß, dass ich "irgendwas Kreatives" werden wollte, vielleicht Kommunikationsdesignerin oder Mediengestalterin. Ohne festen Plan und mit großer Abenteuerlust ging es dann erst einmal für ein Jahr nach Irland und man, war dieses Jahr wichtig - wichtig, um Abstand zur Schule und allem Bisherigen zu gewinnen und wichtig, um mich selbst zu finden. Neben unzähligen wunderbaren Erfahrungen, habe ich während meiner Zeit auf der grünen Insel erkannt, wie viel Spaß es mir macht, Zeit mit Kindern zu verbringen und ihnen die verschiedensten Dinge beizubringen. Lehrerin zu werden, schien plötzlich eine ziemlich gute Idee. 


Um ehrlich zu sein, wusste ich überhaupt nicht so richtig, was mich an einer Universität erwarten würde und wie das Studieren so funktioniert, bis ich dann plötzlich im Oktober 2011 als Ersti durch eines der unzähligen Gebäude der Marburger Philipps-Universität irrte - entgegen all meiner Zweifel wurde ich nämlich doch sogar an allen Unis in Hessen angenommen, gemeinsam mit Resi (die übrigens schon immer Lehrerin werden wollte), entschied ich mich dann aber aus verschiedenen Gründen für Marburg. Bevor ich also überhaupt einen Fuß in die Uni gesetzt hatte, wusste ich nur, dass Studenten ein meist entspanntes Leben führen, viel feiern und das Studium insgesamt die schönste Zeit des Lebens sein muss. Ha... ha. Bevor ich jetzt weiter aushole, sollte ich vielleicht noch einmal betonen, dass ich möglicherweise nicht dem Prototyp der klassischen Studentin entspreche, weil ich a) absolut kein Partymensch bin, b) keinen Alkohol mag, c) kein Gruppen/Cliquen-Mensch bin und d) mein Studium seit jeher ernst genommen habe. Zu den Fakten a) bis d) kamen noch weitere Gründe, wie z.B. der plötzliche Tod meiner geliebten Oma zwei Wochen vor Beginn des Studiums, die mir den Start in mein Studium unglaublich schwer machten. All die neuen Eindrücke, all das Unbekannte und der von vielen Dozenten und Kommilitonen verbreitete Leistungsdruck während des ersten Semesters löste bei mir in den ersten Wochen eine regelrechte Panik und riesige Selbstzweifel aus, sodass ich tatsächlich mit dem Gedanken spielte, das Studium direkt wieder hinzuschmeißen.


Zum Glück konnte Resi (als deutlich selbstbewussterer Ersti) mich gerade in dieser ersten Zeit auffangen und mir Mut machen, sodass ich die ersten Wochen trotz aller Zweifel irgendwie überlebte und nach den ersten (richtig gut) bestandenen Klausuren ließ meine Angst, an der Uni fehl am Platz zu sein, dann doch spürbar nach. Bis ich mich also überhaupt wohl an der Uni fühlte (bzw. so wohl wie man sich an der Uni überhaupt fühlen kann), vergingen einige Monate, wenn nicht sogar eher zwei bis drei ganze Semester. Ich glaube, was mich insgesamt am meisten am Studium gestört hat, war die kühle Oberflächlichkeit, mit der ich als Studierende konfrontiert wurde - in vielen Seminaren hatte ich das Gefühl, für den Dozenten nichts weiter als eine Matrikelnummer auf einer langen Liste zu sein und von Menschlichkeit fehlte oftmals jede Spur. Das Verhältnis zu den meisten Kommilitonen empfand ich als mindestens genauso oberflächlich, manchmal schon richtig geheuchelt - eine halbherzige Unterhaltung ("Und, in welchem Semester bist du? Was sind deine Fächer?" - "Ah, cool..."), eine erzwungene gemeinsame Arbeit an einem Referat und anschließend vielleicht noch gerade ein "Hallo!" auf dem Flur. Na gut, vielleicht wäre das auch alles ein bisschen anders gelaufen, wenn ich wöchentlich an wilden WG-Parties teilgenommen hätte, aber um ehrlich zu sein, bin ich viel, viel glücklicher mit einer Handvoll richtiger Freunde als mit einer zehnköpfigen Studi-Clique, die sich nach dem Studium ohnehin aus den Augen verliert. Die maßlos übertriebene Panik vor den Klausuren (die teilweise sogar von Dozenten geschürt wurde, die stolz und breit grinsend von der Durchfall-Quote bisheriger Jahrgänge berichteten) hielt sich mit wachsender Erfahrung zum Glück in Grenzen, aber was mich - neben der blöden finanziellen Situation (an dieser Stelle: Danke, Moms und Paps!) während des Studiums - auch wahnsinnig machte, war der ständige und wirklich fast niemals anhaltende Zeitdruck. Immer gab es irgendwas zu erledigen und selbst, wenn eine Arbeit gerade eingereicht war, lauerte im Hinterkopf schon die nächste Deadline - so ein gesamtes Studium muss ja unbedingt innerhalb von 10 Semestern geschafft werden, um nicht in noch größere finanzielle Nöte zu geraten. Ich weiß, dass viele Studierende abwägen, für welche Veranstaltungen sie sich ins Zeug legen und welche sie einfach schleifen lassen, aber blöderweise bin ich zu gewissenhaft und zu ehrgeizig, um nicht immer mein bestes zu geben, was mir dann eben oftmals zum Verhängnis wurde.


Zum Glück war aber natürlich nicht alles am Studieren furchtbar (das hätte ich ja auch gar nicht durchgehalten!) und es gab auch viel Schönes am Studentenleben. So blöd wie manche Veranstaltungen auch gewesen sein mögen, viele Seminare waren auch richtig, richtig toll und einige (wenige) Dozenten haben uns Studierende eben doch wie richtige Menschen behandelt und mir das Gefühl gegeben, an den Lernfortschritten ihrer Schützlinge interessiert zu sein. Bei manchen Veranstaltungen war ich am Semesterende demnach sogar etwas traurig, dass ich die Dozenten anschließend nie wieder sehen würde. An sich lerne und lese ich sehr gerne und neben vielen unsinnigen Dingen (Statistik of all things!) habe ich natürlich auch viel Interessantes und Sinnvolles aus meinen Kursen mitgenommen. Am allerwichtigsten ist es jedoch, dass ich mit dem fortschreitenden Studium immer mehr wusste, warum ich mich teilweise durch die Uni quälte: Um Lehrerin zu werden. Mit jedem Praktikum und jedem praxisnahen Seminar, wurde ich mir immer sichererer, dass ich auf dem richtigen Weg bin und nun unbedingt Lehrerin werden möchte. Was mich nun auch ein wenig wehmütig macht, ist die Aussicht darauf, möglicherweise nie wieder so viel Zeit zu haben, wie ich sie während meines Studiums hatte. Trotz der Veranstaltungen, der drohnenden Deadlines und des Nebenjobs konnte ich mir meine Freizeit meistens richtig gut selbst einteilen und man, das war ganz schön toll - so viel Zeit für Hobbies, Freunde, Patenkind(er!!!) und Reisen in die deutsche und irische Heimat zu jeder Jahreszeit werde ich in Zukunft wohl erst einmal nicht mehr haben.

Was ich außerdem an meinem Studium (und voraussichtlich auch (meist?) an meinem Job) liebe, ist das Organisieren und Erstellen von Plänen und Materialien (somit bin ich dann letztendlich wohl doch dabei "etwas Kreatives" zu werden :D) und was man dazu (neben ein bisschen Kaffee und grandiosen Ideen) braucht, sind natürlich Schreibwaren. Ich liebe Schreibwaren und könnte mindestens genauso lange durch Stifte-, Papier- und Krimskrams-Abteilungen wie durch Klamottenläden schlendern. Umso begeisterter war ich natürlich, als uns das liebe Team von büroshop24 fragte, ob wir nicht Lust hätten, die brandneue bürobox in der Limited Edition No. 1* zu testen - eine Überraschungsbox voller Schreibwaren - juhuuu!


Wir haben hier auf dem Blog im Laufe der Zeit ja die verschiedensten Food-, Baby- und Beautyboxen vorgestellt, aber eine bürobox mit Schreibwaren war mir nicht nur ganz neu, sondern ist für mich persönlich auch viel nützlicher als so manche Beautybox mit knallpinkem Lippenstift und giftgrünem Nagellack! Die Box beinhaltet zwölf bunt gemischte Marken-Produkte im Gesamtwert von über 35€ und dabei kostet sie gerade einmal 11,89€! Ich war richtig aufgeregt, als ich die hübsche Aufbewahrungsbox (die ich sicherlich noch gut nutzen kann) öffnete und folgende Sachen auspackte:


Neben einer großen Packung Kopierpapier, einem Tipp-Ex-Korrekturroller, Briefumschlägen, einer Universalschere, Finelinern und Textmarkern von Stabilo, einem Klebestift, einem Heftgerät, Haftmarkern und Post-it Haftnotizen, steckte auch eine Tüte Gummibärchen von Haribo in der Box. Insgesamt war die Box also mit allerlei Dingen gefüllt, die ich tatsächlich jeden Tag nutze und gleichzeitig sind Gummibärchen natürlich die perfekte Nervennahrung, falls das Studium (oder der Job) gerade einmal wieder besonders blöd sind. Zusätzlich befand sich in der Box aber auch noch eine Powerbank von Intenso, mit der ich in einer Box voller Schreibwaren erst einmal gar nicht gerechnet hätte, aber dafür waren die Überraschung und die Freude umso größer! Der Akku meines Handys hält im Alltag locker von morgens bis abends, aber mein geliebter iPod Classic in der 5. Generation (den ich bereits seit 10 Jahren besitze) wird langsam etwas altersschwach und nichts ist frustrierender, als wenn der Akku gerade während einer besonders spannenden Stelle des Hörbuches auf dem Weg zur Uni einfach mit einem "Knack!" im Ohr ausgeht. Dank der Powerbank (für die ich bisher einfach zu geizig gewesen war), sollte dieses Problem nun im Handumdrehen beseitigt sein, yippeh! Ich bin jedenfalls total begeistert von der bürobox und würde mich freuen, wenn sie in Serie gehen würde, man kann schließlich niemals genügend Stifte und Krimskrams haben! Außerdem finde ich auch, dass die bürobox ein richtig gutes Geschenk für Erstis oder insgesamt (frustrierte) Studenten ist - mich hätte man damit jedenfalls zu jeder Zeit aufmuntern können!


Nun habe ich also noch die letzten sechs Wochen meines letzten Semesters vor mir und dann noch die Examensprüfungen im September und Oktober, bevor ich mir dann - wie vor fünf Jahren, als es um einen Studienplatz ging - Sorgen um einen Referendariatsplatz machen werde. Mein Studium war manchmal ziemlich blöd und manchmal aber eigentlich auch ganz schön toll und neben all den sinnlosen und sinnvollen Dingen habe ich auf jeden Fall eine Menge über mich selbst gelernt und bin an all den Herausforderungen, Krisen und Erfolgen gewachsen. Ich würde nicht sagen, dass mich das Studium als Person komplett verändert hat, aber ich bin definitiv selbstbewusster, belastbarer und gleichzeitig auch entspannter geworden - was teilweise aber sicherlich auch an all den anderen Dingen liegt, die während der letzten fünf Jahre passiert sind. Wer hätte schon vor fünf Jahren gedacht, dass ich mein dreijähriges Patenkind nebenbei bis heute mit aufziehen würde und mittlerweile mein zweites, 14 Tage altes Patenkind(-to-be) knuddeln kann? Das Leben ist manchmal wirklich eine Wundertüte und ich bin gespannt, welche Überraschungen das nächste Kapitel für mich bereit hält (neben all den furchtbaren Dingen, die im Referandariat angeblich auf mich zukommen werden, wäre ein Mr Right dazu vielleicht ein wunderbarer Ausgleich, Patenkinder habe ich erstmal genug! :D). 

War das Studium nun also die schönste Zeit meines Lebens? Ich hoffe nicht! Denn das würde schließlich bedeuten, dass alles, was nun auf mich zukommt, nicht mindestens genauso toll wird und hey, wie blöd wäre es denn, wenn das wahre Leben blöder als ein schnödes Studium ist?!

* Die bürobox wurde uns kostenlos zum Testen zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde nicht beeinflusst, mir hat die Box wirklich richtig gut gefallen und ich bedanke mich herzlich beim büroshop24-Team für die tolle Kooperation! 

1 Kommentar:

  1. Ach Jule, ich kann grad nicht schlafen ( :( ) und klicke mich so durchs Netz und bin über Insta bei Kuddelmuddel und dann auf dem Blog gelandet und habe festgestellt, dass ich einige Einträge noch gar nicht gelesen hatte ... und der hier, den könnte ich sowas von unterschreiben.

    Im Gegensatz zu dir hab ich statt 100 nur 1 einzige Bewerbung geschickt - weil Papa mich gezwungen hat. Und ich wurde angenommen und hab angefangen zu studieren und es war die Hölle. Ich hab 2 Semester nur geheult, wollte zurück in die Schule und fand das alles, wie du schon sagtest, einfach furchtbar erschreckend und anonym und ich hab nur aus Mangel an Alternativen weiterstudiert.
    Wie du war ich nie der Durchschnittsstudent. Parties? Damit konnte man mich jagen. Viele Leute? Nopes. Lieber die Handvoll und die dafür richtig.
    So richtig selbstbewusst wurde ich erst ab dem 5. Semester und das lag dann zum großen Teil an meinem Nebenjob (Kino ♥). Aber wie heißt es? Das Leben ist die beste Schule und eigentlich braucht man auch nix planen, weil man es eh nicht in der Hand hat.

    Aber eins kann ich dir sagen: freizeittechnisch war das Studium toll. Aber jetzt, da ich richtig Geld verdiene und durch die Ferien trotzdem oft frei habe, ist Reisen noch viel entspannter. Und während die ersten 2-3 Jahre vom Vorbereiten her echt hart sind ... ab dann wird es besser, weil man einen Fundus hat. Uuuuund als Tipp: mit den Kollegen Material austauschen. Hilft ungemein und man hat mehr Zeit (die man zum Korrigieren nutzen kann ^^).

    Ja, so viel ... Eigentlich wollte ich dir auch nur Mut machen. So schlimm ist das Ref nicht und die Zeit danach eh nicht :)

    Liebe Grüße

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