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Donnerstag, 28. Januar 2016

Buchtipp: Das unerhörte Leben des Alex Woods

Dass Bücher zu den Dingen zählen, die ich am allerliebsten verschenke, habe ich ja schon öfter erwähnt. Gleichzeitig freue ich mich aber auch jedes Mal, wenn ich selbst ein Buch geschenkt bekomme - ganz besonders, wenn es ein "Überraschungsbuch" ist, das ich mir nicht ausdrücklich gewünscht habe. Demnach habe ich mich sehr gefreut, als Resi mir zu Weihnachten "Das unerhörte Leben des Alex Woods" von Gavin Extence, von dem ich zuvor noch gar nichts gehört hatte, schenkte. 


Um genau zu sein, habe ich das Buch, wie ihr seht, auf Englisch mit dem Titel "The Universe versus Alex Woods" bekommen, aber der Inhalt der deutschen und englischen Version wird sicherlich der Gleiche sein und um den soll es schließlich gehen. Die Geschichte beginnt mit ihrem eigentliche Ende, an dem der siebzehnjährige Alex Woods an der Grenze Großbritanniens gestoppt wird - die Musik im Auto voll aufgredreht, das Handschuhfach gefüllt mit Marihuana und auf dem Beifahrersitz ist eine Urne platziert, die mit der Asche von Isaac Peterson, einem alten Mann, gefüllt ist. Alex kämpft zunächst gegen einen sich anbahnenden epileptischen Anfall an und erzählt dem Leser dann rückblickend, wie es überhaupt zu diesem kuriosen Vorfall an der Grenze kommen konnte. 


Als Alex zehn Jahre alt ist, wird er von einem Meteoriten getroffen, der urplötzlich durch das Dach seines Wohnhauses stürzt. Alex fällt ins Koma und als er einige Wochen später im Krankenhaus erwacht, kennt ganz England seine außergewöhnliche Geschichte. Infolge seiner Verletzungen leidet Alex an Epilepsie und in Kombination mit seinem eigenwilligen Charakter macht ihn die Krankheit erst recht zu einem Außenseiter. Alex verkriecht sich in seinem Zimmer, verschlingt wissenschaftliche Bücher und grübelt über seine Mutter, sich selbst und das Leben. Seine Situation verändert sich allerdings erneut schlagartig, als er durch einen weiteren kuriosen Zufall den kauzigen Mr. Peterson kennenlernt und - zunächst widerwillig - viel Zeit mit dem alten Mann verbringt. Als aus Alex und Mr. Peterson schließlich wahre Freunde werden, hinterfragen sie gemeinsam den Sinn des Lebens und durchleben außergewöhnliche Höhen und Tiefen. Nach einem besonders großen Schicksalsschlag verspricht Alex seinem Freund einen ganz besonderen Wunsch zu erfüllen - ohne Angst vor den möglichen Konsequenzen.


Ich muss zugeben, dass es einige Leseabende dauerte, bis ich so richtig in die Geschichte eintauchen konnte, was möglicherweise auch daran liegt, dass die Handlung zunächst nur sehr langsam fortschreitet und erst im Laufe des Romans so richtig in Fahrt kommt. Da ich überhaupt nicht wusste, was mich erwarten würde, hatte ich nach dem Vorfall mit dem Meteoriten ein wenig Angst, dass sich das Buch als Science-Fiction-Story entpuppen würde und Alex durch den Unfall seltsame Superkräfte erhalten würde. Zum Glück traf das aber nicht zu und anstatt dessen entwickelte sich eine ganz wunderbare, unterhaltsame, herzerwärmende und nachdenklich stimmende Geschichte über Freundschaft, das Leben und den Tod. 


Besonders interessant ist der Erzählstil des Romanes, da der Großteil der Geschichte nicht nur rückblickend aus Alex' Sicht erzählt wird, sondern er die Geschehenisse auch selbst hinterfragt und kommentiert, was dem Ganzen oft eine besonders ironische und sarkastische Note verleiht. Insgesamt ist Gavin Extences Schreibstil unglaublich erfrischend, witzig, geistreich und mitreißend - wäre ich in letzter Zeit abends nicht immer so unglaublich müde gewesen, hätte ich den Roman garantiert noch viel schneller verschlungen. Ohne den moralischen und philosophischen Zeigefinger zu hoch zu heben und ohne allzu großes Drama, schafft es Gavin Extence, den Leser Teil eines wirklich merkwürdigen Abenteuers werden zu lassen, das er sicherlich nicht so schnell vergessen wird. Neben all den Liebesromanen und Krimis, die ich sonst meist lese, kann ich euch Alex' ungewöhnliche Geschichte nur wärmstens empfehlen - unerhört sollte sie nämlich definitiv nicht bleiben!

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