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Donnerstag, 22. Oktober 2015

DIY: Wohnzimmer-Makeover und Gallery Wall

Ich war nie ein rosa Glitzer-Mädchen, das Prinzessin werden oder auf Einhörnern reiten wollte. Wenn man mich heute nach meiner (sich ständig ändernden) Lieblingsfarbe fragen würde, wäre rosa jedenfalls garantiert nicht meine Antwort. Von daher frage ich mich mittlerweile selbst, wie ich überhaupt auf die Idee kommen konnte, meine Wohnzimmerwand beim Einzug altrosa zu streichen. Versteht mich nicht falsch, ich habe mich in meiner Wohnung schon immer sehr wohl gefühlt und fand die Wand anfangs auch ganz schön, aber so richtig identifizieren konnte ich mich mit der altrosa Wand nie - insofern man sich überhaupt mit einer Wand identifizieren kann. Nun ja. In den letzten Monaten ging mir die altrosa-grün-Kombi im Shabby-Chic-Style dann wirklich ganz schön auf den Keks und ich wollte endlich eine Veränderung - natürlich genau in der Hauptsaison finanzieller und zeitlicher Engpässe. Meine kleine Wohnzimmerrenovierung sollte also möglichst günstig und schnell zu bewältigen sein und dabei gleichzeitig natürlich auch noch (wie immer) meinen ziemlich genauen Vorstellungen entsprechen und die waren vor allem frischer, grau-blau, schwarz-weiß, etwas skandinavisch angehaucht und einfach mehr ich.

 
Dieser Eintrag ist nun nicht wirklich eine DIY-Anleitung, sondern eher ein... Baustellenbericht. Aber erst einmal von vorne. Alle, denen ich von meinem Wunsch nach einer grau-blauen Wand erzählte, waren nicht ganz so begeistert von meiner Idee: "Oh, aber nicht zu dunkel! Das macht den Raum nachher zu klein! Lieber etwas heller!". Ich stehe zwar stets zu meiner eigenen Meinung, aber bei Entscheidungen berücksichtige ich gerne auch den Rat von Familie und Freunden. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie froh ich bin, dass ich dieses Mal alle Ratschläge ignoriert habe und mir trotz aller Warnungen ein sattes Grau-Blau im Baumarkt meines Vertrauens anrühren ließ. Ich liebe die Farbe. 

(Falls sich jemand fragt: In dem Glas befindet sich köstliche Lakritz-Schukreide - für jeden, der auf der richtigen Seite des Lakritzäquators aufgewachsen ist, eine Delikatesse!)

Das Streichen ging auch ganz schnell und zum Glück reichte auch eine Farbschicht aus, um das Altrosa komplett verschwinden zu lassen. Mit meinen 1,58 m liebe ich meine Wohnung im Fachwerkhäuschen ganz besonders für ihre niedrigen Decken und so brauchte ich nicht einmal eine Leiter oder einen Stuhl, um die Wand komplett streichen zu können. Genauso besessen wie von der grauen Wand, war ich von der Idee meine Stühle schwarz-weiß zu lackieren. Die recht alten IKEA-Stühle hatte ich beim ersten Auszug von meiner Oma veerbt bekommen und bevor Resi und ich damals zusammenzogen, hatten wir die drei Stühle eigenhändig in verschiedenen Rosatönen gestreift lackiert. Bevor ich die Stühle nun umlackieren wollte, versuchte Resi mich daran zu erinnern, wie aufwendig das Projekt damals gewesen sei, obwohl wir zu zweit gewesen waren, aber um ehrlich zu sein, konnte ich mich nur noch daran erinnern, dass wir während des Lackierens bei uns im Keller sämtliche Westlife-Alben aufgedreht hatten. Nun ja. Ich neige dazu unschöne Dinge einfach komplett zu vergessen und mir nur die schönen Aspekte zu merken. Wie dem auch sei - Resi hatte Recht und das Lackieren der Stühle war unglaublich aufwendig, hat mir überhaupt keinen Spaß gemacht und ich werde sie never ever nochmal neu lackieren. Bitte erinnert mich daran. Natürlich bin ich letztendlich froh, dass ich die Stühle umlackiert habe, ich finde sie richtig hübsch und sie passen nun super zum restlichen Wohnzimmer, aber... man, war das eine Arbeit. Zuerst mussten die Stühle abgeschliffen werden und weil ich weder einen Kellerraum, noch einen Balkon, noch einen Garten besitze, musste ich das einfach vor der Haustür bzw. an der Straße machen, zur Belustigung aller Passanten. Never mind. Nachdem ich mir die Finger blutig geschmirgelt hatte, wurden die Stühle dann gründlich weiß lackiert. Als ich dachte, sie wären trocken genug, wurden sie stundenlang in gleichmäßigen Streifen-Abständen sorgfältig abgeklebt, bevor dann die erste Schicht schwarzer Lack aufgetragen werden konnte. Der hat aber nicht gedeckt. Also mussten die Stühle über Nacht trocknen, bevor die zweite Schicht Lack aufgetragen werden konnte und ich etwas später dann das Klebeband abziehen konnte, um dann nur festzustellen, dass der weiße Lack nicht trocken genug gewesen war und teilweise direkt am Klebeband hängen blieb. Nun ja. In einigen Jahren werde ich vergessen haben, wie viel Zeit und Arbeit ich in das Lackieren der Stühle gesteckt habe und es vermutlich für eine grandiose Idee halten, sie in einer anderen Farbe anzupinseln - haltet mich unbedingt davon ab!


Passend zu den Stühlen musste dann auch noch ein schwarz-weißer Teppich her, den ich im H&M-Sale für 15€ ergatterte (leider schon ausverkauft). Gleichzeitig war ich auch auf der Suche nach ein bisschen neuer Deko in Kupertönen, die ich momentan total liebe. Die Kerzen fand ich dann teils in Dublin und teils in Krimskrams-Läden in Marburg. Auf meine Hemnes-Kommode soll (rechts) außerdem noch eine hübsche, frische Grünpflanze, aber bisher habe ich noch keinen Übertopf gefunden, der meinen Vorstellungen entspricht und der ist ja mindestens genauso wichtig wie die Pflanze an sich. Vielleicht wäre eine Lampe auf der Kommode auch noch schön und wenn wir schon bei Lampen sind, vielleicht wäre eine schwarze Metall-Lampe im Industrie-Stil in der Ecke beim Sofa auch schön. Und ein neues Sofa. Nun gut. Bleiben wir mal realistisch. Im Moment ist kein neues Sofa drin und das alte ist wenigstens unglaublich gemütlich, wenn auch nicht nicht so hübsch wie ein Ektorp. Es gibt ja auch Wichtigeres, wie zum Beispiel eine neue Fotowand (oder im Pinterest-Jargon: Gallery Wall). Ich hatte mich an meinen golden besprühten Nyttja-Rahmen satt gesehen, wollte unbedingt neue Motive an der Wand und das am liebsten in verschiedenen Holzrahmen. Alle Rahmen, die nun an der Wand hängen, sind Flohmarktfunde, die entweder meine Eltern für mich ergattert haben oder die ich selbst gefunden habe. Auf diese Weise ist ganz schnell eine wunderbar "bunte" Rahmensammlung zustande gekommen.


Habt ihr auch eine Fotowand in eurer Wohnung? Oder haben euch die aufwendigen Anleitungen und "Tipps" im Internet abgeschreckt? Falls ihr auf Pinterest schon einmal nach "Gallery Walls" gesucht habt, ist euch vielleicht aufgefallen, dass es auf der einen Seite richtig viele schöne Ideen und Inspirationen gibt, aber auf der anderen Seite tun Interior-Blogger gerne mal so, als würde hinter einer eigentlich simplen Fotowand Rocket Science stecken. Ich meine... glaubt jemand wirklich, dass es notwendig ist, für alle Rahmen, die an der Wand sollen, Papierschablonen zu erstellen und diese vorab an die Wand zu kleben, um die perfekte Anordnung der Rahmen auf den Nanometer genau abzustimmen? Ich bin nun wirklich kein risikofreudiger Mensch, aber auch ohne ein solches Theater ist meine Fotowand doch gar nicht so schief und krumm geworden, oder?


Gemeinsam mit Resis Unterstützung habe ich die schönsten Rahmen aus meiner (viel zu großen) Rahmensammlung ausgewählt, sie auf dem Fußboden schnell so angeordnet, wie ich sie gerne haben wollte und dann habe ich einfach angefangen den Rahmen in der Mitte, als Ausgangspunkt für alle anderen Rahmen, an die Wand zu hämmern. Das dauerte insgesamt keine 20 Minuten. Selbst wenn keine zweite Person da ist, die "Ein bisschen weiter rechts! Nein, das andere Rechts!" ruft, sieht man doch selbst ganz gut, wie der Abstand zu den anderen Rahmen ist und ich finde ein bisschen Imperfektion ohnehin schöner als penibel gemessene Winkel. Die Rahmen wurden übrigens ohne Inhalt an die Wand gebracht, ohne dass ich überhaupt schon wusste, was ich einrahmen möchte. Das wurde erst später entschieden. Erst einmal ging es mir um die Anordnung der Rahmen und an diese wollte ich den Inhalt dann später anpassen. Natürlich kann/sollte man auch im Vorfeld überlegen, was überhaupt an die Wand soll, aber Fotos habe ich eigentlich immer genug :D.


Um später nach passenden Motiven für die Rahmen zu suchen, habe ich erst einmal eine grobe Skizze der Rahmen angefertigt und notiert, wie groß welcher Rahmen ist. Möglicherweise wurde mein risikofreudiges Sofort-Aufhängen der Rahmen dadurch kompensiert, dass ich die Skizze anschließend 1:1 in Photoshop übernommen habe, um dort quasi eine virtuelle Fotowand zu erstellen, um zu ermitteln, welche Motive gut nebeneinander passen. Das ist natürlich auch nicht wirklich notwendig, aber mir hat diese Bastelei auf jeden Fall bei der schweren Motivwahl geholfen.


Fotos bestelle ich seit Jahren bei Aldi Foto und bin bisher immer super zufrieden mit der Qualität gewesen. Teilweise hatten die Rahmen sehr seltsame Formate (wie z.B. 17x12) und die Motive habe ich dann jeweils in einem Dokument in der Größe des nächstgrößten Fotoformat angeordnet (in dem Fall 18x13) und dann in der Größe bestellt, so konnte ich sicherstellen, dass das Motiv dann die passende Größe für den Rahmen hat. Wie ihr seht, ist es letztendlich ein Mix aus Fotos aus meiner Herzstadt Dublin, einem Foto von Juli und mir, schönen Zitaten und hübschen Grafiken geworden. Die Fotos habe ich selbst geschossen, das "Don't follow your dreams. Chase Them."-Zitat habe ich schnell selbst getippt  und die übrigen Prints (Freebies), habe ich hier gefunden: Geometrisches Herz, kleine Muster, What if I fall, Federn, Sukkulenten, Don't ever lose your sense of wonder


Hach, ich liebe die Auswahl total. Besonders mit der Wandfarbe. Insgesamt bin ich rundum zufrieden mit meiner neuen Wandgestaltung, die sich nun wieder viel mehr nach mir anfühlt. Zur rechten Seite hin ist noch etwas Platz an der Wand und vielleicht werde ich mit der Zeit noch ein paar weitere Rahmen aufhängen, aber im Moment reicht es mir so erstmal und wenn ich erst einmal eine geeignete Grünpflanze mit passendem Übertopf gefunden habe, muss ich das Gesamtbild nochmal auf mich wirken lassen. Ich freue mich auch schon darauf, meine Weihnachtsdeko dieses Jahr vor der grauen Wand anordnen zu können (und vielleicht auch ein paar neue Teile zu besorgen). Der Rest meines Wohnzimmers, die "Arbeitsseite", sieht übrigens noch aus wie immer und damit bin ich auch zufrieden. Es gäbe gar keine andere Möglichkeit als all meine Uni- und Schulmaterialien in sperrigen Regalen unterzubringen, mein Retro-Röhrenfernseher kann auch nicht eleganter platziert werden und das geordnete Chaos an der Wand über meinem Schreibtisch, mit meiner Collage und meiner selbstgebastelten Pinnwand, mag ich auch einfach immernoch sehr. Das ist quasi der Ausgleich zur ordentlichen Gegenhälfte, die man zuerst erblickt, wenn man die Wohnung betritt.

(Hier noch ein kleiner Blick ins Schlafzimmer, das sich seit Einzug übrigens nicht großartig verändert hat, weil mir die türkise Wand und meine Dublin-Gallery-Wall noch immer sehr gefallen)

Jetzt fühle ich mich wieder richtig wohl in meiner kleinen Fachwerkhauswohnung. Mal sehen, was mir als Nächstes einfällt. Die Stühle werde ich jedenfalls nicht Umlackieren ;-).



Kommentare:

  1. Jaaaa, grau for the win :D Ich hab mein ganzes Schlafzimmer dunkelgrau gestrichen - alle so: oh mein gott - und jetzt lieben es alle! vor allem ich :D

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  2. Oh ja grau ist einfach toll. Haste schön jemacht. Wir hatten auch so eine Wand und dann sind wir umgezogen. Hmpf. Und mit kleinem Kind haben wir einfach die Vormieter Farbe drangelassen. Bei deinen Fotos bekomm ich aber wieder Heimweh. Irgendwann...

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    1. Ja, sowas läuft ja nicht weg :). Ich glaube, ich hatte die Idee auch schon letztes Jahr, aber es hat einfach ewig gedauert bis ich mich tatsächlich aufgerafft und getraut habe...

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  3. Oh ja grau ist einfach toll. Haste schön jemacht. Wir hatten auch so eine Wand und dann sind wir umgezogen. Hmpf. Und mit kleinem Kind haben wir einfach die Vormieter Farbe drangelassen. Bei deinen Fotos bekomm ich aber wieder Heimweh. Irgendwann...

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  4. Jule...Resi... Was nehmt ihr so die Stunde??? ;-)
    Ich beauftrage euch einfach!!!! Koste es was es wolle ;-))) ...dann bekommt unser Haus vielleicht auch irgendwann mal Bilder...Fotos und und und an die Wände...bevor wir ein Jahr hier wohnen :-(
    LG Tine

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    1. Ach Tine, natürlich gar nichts! Wir sind auf dem Weg! :)

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  5. Kannst du mir den Farbcode deiner Wand verraten?

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