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Dienstag, 4. August 2015

Buchtipp: Einfach unvergesslich

Etwas, das ich definitiv von meiner Mutter geerbt habe, ist die Leidenschaft für Bücher. Glücklicherweise haben wir dabei auch einen ähnlichen Buchgeschmack, sodass ich mich, wenn ich immer mal wieder für einige Tage in der Heimat bin, an den Bücherregalen meiner Mutter bedienen kann und keinen eigenen Lesestoff mitschleppen muss. Bei meinem letzten Heimaturlaub drückte sie mir allerdings direkt ein Buch in die Hand, das ich unbedingt lesen sollte: Einfach unvergesslich von Rowan Coleman. Dabei erklärte mir meine Mutter auch direkt, dass die Geschichte zwar sehr traurig, aber gleichzeitig auch einfach richtig schön wäre und... viel treffender könnte man den Roman wohl auch gar nicht zusammenfassen.


Die Geschichte dreht sich um Claire, die an einer besonders schnell fortschreitenden Form von Alzheimer leidet. Ihr Kopf ist, wie sie sagt, eine Wundertüte. Allerdings handelt es sich bei der Protagonistin nicht um eine ältere Dame, die zufrieden auf ein vollkommenes Leben zurückblicken kann. Claire ist eine Frau, die eigentlich erst Mitten im Leben steht - frisch verheiratet mit Greg, Lehrerin aus Leidenschaft und Mutter der zwanzigjährigen Caitlin und der erst dreijährigen Esther.Aufgrund der furchtbaren und unberechenbaren Diagnose scheint mit Claire also nicht nur eine fröhliche und selbstständige Frau zu zerbrechen, sondern auch die ganze Familie droht mit der Krankheit zu zerfallen. Neben ganz alltäglichen Schwierigkeiten, wie die Benutzung eines Telefons oder eines Reißverschlusses, stehen Claire und ihre Familie bald vor ganz anderen Problemen. Während Claire immer mehr ihren Orientierungssinn verliert und selbst ihren geliebten Mann für einen Fremden hält, versucht sie hartnäckig sich an etwas sehr wichtiges zu erinnern, das sie ihrer ältesten Tochter, Caitlin, unbedingt sagen will. Gleichzeitig gibt es aber auch etwas, das Caitlin ihrer verwirrten Mutter dringend erzählen muss, aber der richtige Zeitpunkt scheint einfach nicht zu kommen...



Oft empfinde ich Romane, die aus den Perspektiven verschiedener Charaktere erzählt werden, etwas anstrengend, aber Rowan Coleman setzt den Perspektivenwechsel so geschickt ein, dass die wechselnde Sicht auf Claires Krankheit und deren Auswirkungen auf den Rest der Familie besonders fesselnd und berührend geschildert werden. Hierbei wechseln sich Kapitel aus der Gegenwart mit Einträgen aus Claires Erinnerungsbuch ab. Das Erinnerungsbuch bekommt Claire von Greg geschenkt und alle Familienmitglieder halten in diesem Buch besondere, unvergessliche Momente mit Claire fest, wodurch der Leser einen tiefen und umfassenden Einblick in die Vergangenheit der Protagonistin erhält. Das Erinnerungsbuch zieht sich somit wie ein roter Faden durch den gesamten Roman - ich empfand diese Idee als ganz wunderbar und habe mich gefragt, ob Betroffene wohl auch in der realen Welt auf so eine Methode der Erinnerung zurückgreifen.



Natürlich ist die komplexe Geschichte über das gemeinsame Schicksal aller Charaktere in erster Linie sehr dramatisch und traurig, aber gleichzeitig gibt es auch viele hoffnungsvolle und komische Momente, über die als Leser lächeln konnte. Zum Glück mussten meine Familie und ich persönlich noch keine Erfahrungen mit Alzheimer machen, aber ich schätze den Roman insgesamt als sehr authentisch ein. Mich hat Claires Schicksal sehr berührt, auch die Geschichte um ihre Tochter Caitlin gefiel mir besonders gut und spätestens mit dem überraschenden Twist am Ende stand für mich fest: Dieses Buch ist tatsächlich einfach unvergesslich

Vom Stil und von der Dramatik hat mich der Roman übrigens sehr an die Bücher von Jojo Moyes (und die liebe ich ebenfalls!) erinnert. Nachdem ich zuvor noch gar nichts von Rowan Coleman gehört hatte, habe ich nun herausgefunden, dass die britische Autorin bereits recht viele Romane geschrieben hat. Nun bin ich mal gespannt, ob mir die anderen Bücher auch so gut gefallen. Könnt ihr vielleicht zufällig etwas empfehlen? :-)


Kommentare:

  1. Das Buch fand ich auch so toll! Nach anderen Bücher der Autorin hab ich noch gar nicht geschaut... Sollte ich mal!

    Hast Du "Vielleicht mag ich dich morgen" gelesen? Schau doch mal bei mir rein:
    http://www.engelundbanditen.de/blog/buechertausch/

    LG, Yvette

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    1. Ja, das habe ich vor ein paar Monaten schon auf Englisch gelesen. Nachdem ich das erste Buch von Mhairi McFarlane (Wir in drei Worten) richtig super fand, gefiel mir "Vielleicht mag ich dich morgen" aber leider nicht ganz so gut wie der Vorgänger.

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