HOME             WIR             BLOG             DIY             FOOD             LIFESTYLE              IMPRESSUM & DATENSCHUTZ





Montag, 6. Juli 2015

Buchtipp: Der Club der Traumtänzer

Dass ich mal ein Buch mit dem Hauptmotiv des Tanzens lese, hätte ich für so abwegig gehalten, wie dass ich es mir sonntagnachmittags mit einer mathematischen Formelsammlung auf dem Sofa gemütlich mache. Versteht mich nicht falsch, ich bin mir sicher, dass Tanzen sehr viel Spaß machen kann, aber ich kann es einfach nicht. Ich bin mir nicht sicher, woran es liegt, aber ich habe einfach keinerlei Rhythmusgefühl. Ich liebe Musik, aber wenn ich auf einem Konzert im Takt klatschen möchte, muss ich immer wieder zu meinen Sitznachbarn schielen, um überhaupt richtig mitklatschen zu können. Das klappt dann für etwa zehn Sekunden. Nun ja. Heute möchte ich euch aber trotzdem ein ganz, ganz wunderbares (und wunderhübsches!) Buch vorstellen, in dem das Tanzen eine große Rolle spielt - keine Sorge, es geht hier nicht in Richtung Dirty Dancing oder High School Musical, sondern um den spannenden und ergreifenden Roman "Der Club der Traumtänzer" von Andreas Izquierdo.


Die Geschichte dreht sich um Gabor Schöning, einen hübschen und erfolgreichen Schnösel und ehemaligen Tanzlehrer, der immer bekommt, was er will - auch wenn er es sich rücksichtslos einfach nehmen muss. Freunde hat er kaum, dafür aber zahlreiche Affären und Feinde. Eines Tages wird sein vermeintlich perfektes Leben allerdings auf den Kopf gestellt: Mit seinem teuren Sportwagen fährt er eine Radfahrerin an, die sich später als Leiterin einer Sonderschule entpuppt. Kathrin, die Schulleiterin, will Gabor nicht anzeigen und sie will auch kein Schmerzensgeld von ihm, sondern verlangt anstatt dessen, dass er fünf Sonderschülern das Tanzen beibringt. Der aggressive Marvin, die verstummte Lisa, der überdrehte Vinnie, die übergewichtige Jennifer und der Waise Felix haben natürlich genauso wenig Lust auf die Aktion wie Gabor selbst, aber ablehnen kann er die Forderung nicht, weil Kathrin einiges gegen ihn in der Hand hätte und seine kostbare Karriere auf dem Spiel stehen würde. Doch als er immer mehr Zeit mit seinen Tangokids verbringt, lassen ihn deren Schicksale nicht mehr los und zwingen ihn sich auch mit seiner eigenen schwierigen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Spätestens als schließlich einer seiner Tanzschüler schwer erkrankt und mit dem Tod ringt, muss Gabor einsehen, dass sich nicht alle Probleme mit Macht und Geld lösen lassen.


Andreas Izquierdos Geschichte lebt von den wunderbaren, facettenreichen Charakteren und ihren Verwandlungen. Der Autor hätte Gabor zu Beginn des Romans nicht besser als einen furchtbaren Lackaffen darstellen können - dass sein Leben nicht so perfekt sein konnte, wie es nach außen hin scheint, wird dem Leser allerdings schnell klar, ich war gefesselt und wollte unbedingt herausfinden, was ihn wirklich zu dem Mistkerl gemacht hatte, der er nun war. Die Schulleiterin Kathrin ist das absolute Gegenteil - lebensfroh, schrullig, esoterisch und schlichtweg verrückt. Sie durchschaut Gabor von Anfang an und nimmt sich vor, ihm zu zeigen, worum es im Leben wirklich geht - mit schwererziehbaren Kindern kennt sie sich schließlich aus. Die fünf Tanzschüler, die Kathrin für das Tanzprojekt zumindest halbwegs begeistern kann, bringen alle ihre ganz eigenen tragischen Geschichten mit sich, die mich als Leserin besonders berührt haben. Schnell tanzen sich die Kinder in die Herzen des Lesers und auch in Gabors. Während er (häufig vergeblich) versucht die Probleme der Kinder zu lösen und dabei selbst oft in Schwierigkeiten gerät, durchläuft er eine beeindruckende und absolut glaubwürdige Verwandlung vom Mistkerl zu einem liebenswerten Helden.


Um ehrlich zu sein, fiel mir der Einstieg in die Geschichte nicht ganz leicht (vielleicht gerade weil Gabor zu Beginn ein solcher Lackaffe ist), aber dann haben sich Gabor und seine Kids doch ganz schnell in mein Herz getanzt, sodass ich das Buch innerhalb weniger Tage verschlungen habe. Die Geschichte hat mich oftmals zum Lachen gebracht, aber gleichzeitig gab es auch sehr viele traurige Passagen, die mich zum Nachdenken brachten. Ich glaube, wenn ich den unterhaltsamen, mitreißenden und tiefsinnigen Roman mit einer anderen Geschichte vergleichen müsste, würde "Ziemlich beste Freunde" dem "Club der Traumtänzer" am nächsten kommen. Oh, jetzt, wo ich dies gerade schreibe, finde ich, dass sich der Roman auch ganz wunderbar verfilmen lassen würde. Au ja! An all die Regisseure und Produzenten, die zu unserer Kuddelmuddel-Leserschaft zählen: Bitte verfilmt dieses wunderbare Buch!

Welches Buch habt ihr zuletzt gelesen? Wäre dieser Roman was für euch?

Kommentare:

  1. Das Cover ist echt wunderschön! Der Inhalt hört sich auch interessant an. Und nachdem du gesagt hast, dass man das Buch mit "Ziemlich beste Freunde" vergleichen könnte, hat es nun einen sicheren Platz auf der sowieso schon viiiiiel zu langen Liste der "Bücher, die ich unbedingt noch lesen muss" :D

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ach, so geht es mir auch immer :D. Viel Spaß beim Lesen!

      Löschen
  2. Eine sehr schöne Zusammenfassung :-) könnte definitiv auf meine "to-read" Liste wandern :-D

    AntwortenLöschen