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Donnerstag, 23. Oktober 2014

Was wäre, wenn?

Ihr Lieben, dies wird ein ungeplanter Blog-Eintrag, also ist es gut möglich, dass sich die folgenden Worte zu einem chaotischen Gedanken-Haufen entwickeln. Schließlich ist es viel einfacher ein Rezept oder eine Bastel-Anleitung runterzutippen als ein gefühlsduseliges Wirrwarr in ein paar wirklich persönliche Zeilen zu verwandeln. Nun gut. Unser DIY mit den bedruckten Geschirrtüchern von letzter Woche hat hier auf dem Blog und auch auf Kleiderkreisel, wo wir die Anleitung ebenfalls gepostet haben, großen Zuspruch bekommen - das hat uns natürlich sehr gefreut. Als ich heute Abend nach einem viel zu langen Uni-Tag nach Hause kam, wartete die E-Mail einer wildfremden Blogleserin auf mich. Sie fragte, ob ich die Geschirrtücher auch verkaufen würde und was diese denn kosten würden. Leicht amüsiert antwortete ich ihr, dass ich ja "leider" keine Geschirrtuchdealerin bin, dass ich alle meine Tücher schon selbst bestempelt habe und dass ich den Link zum ebay-Shop mit den Geschirrtüchern ja schon gepostet habe. Es hat eine Weile gedauert, bis ich begriffen habe, dass sie meine Geschirrtücher kaufen wollte. 


Ich liebe es Dinge zu gestalten, mit Farben zu spielen und verschiedene Materialien zu einer noch tolleren Sache zusammenzubasteln. Ich liebe es diese Unikate an meine liebsten Menschen zu verschenken und ihnen damit eine Freude zu machen - das fand ich schon als kleines Kind super. Ich habe unglaublich viel Spaß daran, ein Buch für meine Au-Pair-Kinder zu schreiben und zu illustrieren, eine Lampe, eine Taufkerze oder einfachste Pappfiguren für mein Patenkind zu basteln, schöne Sprüche so schön wie möglich auf schlichte Wandkalender zu schreiben, winzige Schnipsel in eine riesige Collage zu verwandeln und Geschirrtücher zu bestempeln. Ich liebe es Sachen zu machen

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht zumindest schon einmal mit dem Gedanken gespielt habe, Selbstgemachtes zu verkaufen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich letzten Sommer spaßend verkündet habe, meine Karriere als Lehrerin an den Nagel zu hängen, um Kinderzimmerlampen zu gestalten. Meine kleinen und großen Kunstwerke wirklich zu verkaufen, kam mir aber nie in den Sinn.

Viele amerikanische Bloggerinnen, deren Blogs ich lese, haben genau das geschafft - sie haben, das, was sie lieben, zum Beruf gemacht oder verdienen zumindest tatsächlich Geld mit ihrer DIY-Leidenschaft. Sowas funktioniert aber natürlich nur in Amerika, oder? Aber irgendwie... klingt das nach meinem insgeheimen Traum.

Meine erste Reaktion, als ich begriffen hatte, dass eine fremde Person tatsächlich meine Geschirrtücher kaufen möchte: Haha. Naja, falls ich jemals wieder Geschirrtücher bedrucke und eins übrig bleiben würde, könnte ich mich ja mal bei ihr melden. Natürlich könnte ich auch bewusst Geschirrtücher bedrucken, um sie zu verkaufen, aber dafür habe ich natürlich keine Zeit, schließlich muss ich dieses Semester Uni, Schulpraktikum, Arbeit, Julibert und vorweihnachtliche Vorbereitungen unter einen Hut bekommen. Nee, nee. Dieses Semester habe ich dazu wirklich keine Zeit. Vielleicht mal irgendwann anders...

Ist das wirklich so? Hätte ich wirklich überhaupt keine Zeit abends mal nebenbei ein oder zwei Tücher zu bedrucken? Würde mir das nicht sogar Spaß machen? Was wäre, wenn ich etwas Verrücktes tue und einen Dawanda-Shop eröffne? Einfach mal so? Was wäre denn, wenn ich 10€ in zehn weitere weiße Geschirrtücher investiere? Könnte ich dann für ein bedrucktes Geschirrtuch überhaupt mehr als 1€ verlangen? Wäre alles andere nicht ziemlich arrogant und unverschämt? Schließlich habe ich dann doch bloß ein paar Mal eine Kartoffel auf den Stoff gedrückt! Das kann doch jeder! Was wäre, wenn dann doch niemand die Geschirrtücher kaufen möchte? Was wäre, wenn ich es trotzdem einfach mal versuche? Was wäre, wenn ich einfach ein bisschen mutiger wäre und ein bisschen mehr Selbstvertrauen hätte?

Was wäre, wenn ich eine Chance verpasse? Was wäre, wenn das hier tatsächlich eine Chance wäre, etwas größeres aus meinem Hobby zu machen? Was wäre, wenn ich in einiger Zeit zurückblicke und mir sage: "Man, zum Glück habe ich damals einfach mal versucht ein paar Geschirrtücher zu verkaufen"?

Bald basteln Resi und ich gemeinsam ein paar Weihnachtskarten, um diese -im Namen von Julis Kindergarten - auf dem Weihnachtsmarkt zu verkaufen. Das ist ja schon mal ein Anfang. Alles andere ist ja nur ein Traum, oder?


1 Kommentar:

  1. Keine Sorge, man konnte deine Gedanken gut nachvollziehen :-D Verstehen kann ich dich auch, es wäre wirklich cool, wenn man die Sachen, die man aus Freude bastelt/gestaltet verkaufen könnte. Die Fragen, die du dir stellst sind mir auch schon gekommen. Ob es überhaupt jemand kaufen würde und für wie viel, es sind ja keine professionellen Produkte, sondern nur ein bisschen Hobby-Handarbeit.
    So ein tolles Geschirrtuch würde ich übrigens auch kaufen ;-)
    liebe Grüße, Nadine

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