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Mittwoch, 29. Oktober 2014

Stockholm


Wer unseren Blog schon länger verfolgt, der wird wohl gemerkt haben, dass ich am allerallerliebsten über Orte schreibe. Mit euch meine Erlebnisse von den verschiedensten Plätzen der Welt zu teilen ist einfach schön. Nun möchte ich euch zu Stockholm sagen, dass mir nur ein Wochenende in dieser hübschen Stadt blieb und ich gerne noch viel mehr Ecken und verwinkelte Gassen entdeckt hätte. Wer jedoch von den frühen Morgenstunden bis Abends in der Kälte seine Fersen wundläuft, hat trotzdem die Chance, etwas vom Charme und von den Geheimnissen dieser Stadt einzufangen. Falls ihr euch auch einmal für zwei oder mehr Tage in die Hauptstadt Schwedens begebt, dann habe ich jetzt ein paar Vorschläge für euch, wo euch eure Füße hinführen könnten. 


Wart ihr schon einmal in Schweden? Für mich war es der erste kurze Ausflug in diese besondere Gegend. Vom Frankfurter Flughafen aus steigt ihr in den Flieger und befindet euch 1 1/2 Stunden später neben jeder Menge blonden Supermodels und röhrenden Elchen (ich übertreibe kaum!) in Sverige. Jedes Mal, wenn ich an dieses Land dachte, schossen Bilder von dunkelgrünen Nadelbäumen und verwunschenen Seen durch meinen Kopf, Landschaften in denen man ewige Spaziergänge in festen Wanderschuhen an den Füßen und Atemwölkchen vorm Gesicht machen konnte. Als unser Flugzeug die Landesgrenzen überflog, konnte ich zum ersten Mal aus der Luft beobachten, dass ich damit nicht weit von der Realität entfernt lag. 


Die Hauptstadt Stockholm ist eine Stadt, in der ich mich sofort heimisch fühlte. Ganz anders als viele riesige und überfüllte Städte, die es oft schaffen, mich einzuschüchtern, hat dieser Ort, direkt am Wasser liegend und mit einem großen Altstadtviertel, etwas Vertrautes und Warmes an sich. Die Größe des kulturellen Zentrums und die Menge der Sehenswürdigkeiten sind wunderbar, um in 3 Tagen erkundschaftet zu werden und sich einen ungefähren Überblick zu verschaffen. Von gemütlichen Hostels und unbezahlbaren Hotels scheint es hier alles zu geben, was das Reiseherz begehrt: Schöne Cafés, bunte Häuserfassaden, Fähren, die einen von Ort zu Ort kutschieren und viele, viele hübsche Menschen. Kann man nicht oft genug erwähnen. 


Gamla Stan: Die Altstadt

Die Altstadt auf der Hauptinsel (Stadsholmen) erinnert an einen mittelalterlichen Film, in dem sich jede Menge Touristen, tausende Kaffeetische und Postkartengeschäfte verirrt haben. Unser erste Gang in der Stadt führte uns selbstverständlich sofort in die schmalen, zum Wasser abfallenden Gassen, durch die sich viele Menschen tummelten. In Gamla Stan befindet sich ein beeindruckendes Schloss sowie zwei Kirchen, deren hohe Türme man schon aus der Ferne erblicken kann. 


Über grobes Kopfsteinpflaster wird man von Plätzchen zu Plätzchen geführt, auf denen man sich in jedes zweite Café setzen möchte, um eine heiße Schokolade zu genießen und dem bunten Treiben zuzusehen. Wir konnten es uns nicht nehmen lassen, hier zwei mal zu Abend zu essen (liebes Rentier, es tut mir leid, dass du dran glauben musstest) und uns danach in irgendeiner Bar niederzulassen, um einen Absacker zu genießen. Der Stortorget-Platz war mein Lieblingsplatz in der Altstadt. So gut wie immer saß dort ein Straßenmusiker und die Zeit schien hier, im Gegensatz zum Trubel überall, ein wenig still zu stehen. 


Wer hier etwas Kultur erleben möchte, der kann sich den Wachwechsel am Schloss ansehen, bei dem die Wachen (die ähnlich wie in London eine lustige Uniform tragen und dabei noch nicht einmal zu atmen scheinen) eine Art traditionellen Dienstwechsel durchführen, bei dem sie eine akribische und sehr geordnete Choreografie durchführen. 
Ansonsten würde ich empfehlen, hier einfach seine Seele baumeln zu lassen, die Mentalität des Landes zu beobachten und auf sich einwirken zu lassen und sich kulinarisch verwöhnen zu lassen.


Sofo/Södermalm

Ganz anders als die Altstadt wirkt das Szeneviertel Sofo auf der Halbinsel Södermalm. Wie ein lebhafter und doch entspannter Haufen aus Second-Hand-Läden, alternativen Cafés und Lebensmittelmärkten, Kunst- und Handwerksläden und Blumenständen präsentiert sich dieses Viertel, welches genug Dinge zum Sehen und Bestaunen für einen ganzen Tag bietet. Zum Shoppen und Tee trinken gibt es hier wirklich viele Möglichkeiten und dabei kann man nicht anders, als sich zwischen den gut gekleideten Menschen einfach ein kleines bisschen cool zu fühlen. Ich glaube, würde ich in Stockholm wohnen, würde ich hier jede Woche auf den Flohmarkt gehen und mir ab und zu einen gerade noch so bezahlbaren Bio-Kaffee leisten. 


Natürlich gibt es wie in jeder Stadt in Stockholm eine ewig lange Einkaufsstraße, in den man durch Läden wie H&M oder Zara laufen kann, zum Bummeln würde ich mich jedoch viel eher nach Sofo verirren. Das Viertel bietet viele außergewöhnliche Geschäfte, in denen man sich einkleiden oder doch einfach nur die Dinge bestaunen kann, die es so gibt. Im Grandpa in der Södermannagatan ("Gatan" = Straße auf schwedisch. Habt'er wieder was gelernt!) gibt es zum Beispiel viele Vintagestücke und auch neuartige Dinge, die möglichst umweltfreundlich hergestellt werden. Nachdem man an ein paar Platten- und Dekoläden vorbeigelaufen ist, stößt man auf das ungewöhnliche Café String, in dem man nicht nur ein Stück Kuchen essen, sondern auch die ganze bunte Einrichtung und jede Menge ausgefallene, schwedische Lebensmittel aufkaufen kann. 
Hätte ich ein wenig mehr Zeit und ein bisschen weniger abgelaufene Füße gehabt, wäre ich hier auf jeden Fall Abends ins Nachtleben eingetaucht, welches schon tagsüber verheißungsvoll in der Atmosphäre durchschimmerte.


Absolut Icebar

So trieb es meine Reisekumpanen und mich "bloß" in eine Bar, die komplett aus Eis gebaut war. Um in den Genuss eines Cocktails zu kommen, in dem die Eiswürfel nicht ins Getränk sondern außen rum kommen, muss man schon ein paar Tage vorher reservieren und Eintritt bezahlen, der jedoch später in Getränke umgesetzt werden kann, und sein wir mal ehrlich, wann kann man schonmal so etwas erleben? In -7 Grad hält man es in dicken Handschuhen und Mänteln eine Dreiviertelstunde zwischen den aufgebarrten Eisklötzen aus, bis einem dann doch die Zehen einfrieren. Den Leuten, die sich bis jetzt noch kein iglu mit eingebauter Eisbar im Garten konstruiert haben, würde ich dieses Erlebnis besonders im Sommer wärmstens ans Herz legen, es passt einfach nach Skandinavien. 


Djurgarden und das Freilichtmuseum

Mein allerliebster Lieblingsausflug in Stockholm führte uns mit der Fähre auf die Halbinsel Djurgarden. Schon aus der Ferne ist sie kaum zu übersehen, da direkt am Wasser ein Vergnügungspark liegt, der leider nur in den Sommermonaten geöffnet hat und außerdem schon ein bisschen in die Jahre gekommen wirkt, was ihm jedoch einen filmreifen Charme verleiht. Hauptsächlich ist die Insel jedoch von Wald und Museen gesäumt, uns führte es Sonntagsmorgens ins Freilichtmuseum Skansen. Es wurde 1891 als erstes Museum seiner Art eröffnet und zeigt in einem riesigen Parkareal ungefähr 150 teilweise originale Gebäude aus den verschiedensten Epochen aus der Geschichte Schwedens, die konserviert oder rekonstruiert und zusätzlich in die passende Flora und Fauna eingebettet wurden. Dieser Ort hat mich schlichtweg verzaubert. 


Kennt ihr das, wenn ihr von einem Ort, einer Stadt oder einem Land eine Idealvorstellung habt, die euch im Kopf herumschwirrt? Im Freilichtmuseum konnte ich Schweden so erleben, wie ich es mir erträumt hatte. Bunte Holzhäuser und verlassene Hütten auf Stelzen versteckt zwischen dichtem Nadelblattwerk befinden sich hier zwischen großzügigen Elch- und Wolfsgehegen und man fühlt sich, als wäre man in ein Bilderbuch gefallen. Viele der Häuser sind begehbar und man wird von häkelnden oder Tee kochenden Frauen in traditionellen Kostümen erwartet, die einem Geschichten von ihrer Zeit damals erzählen. Bin das nur ich, oder ist das nicht einfach zauberhaft? In nachgebauten Einkaufsstraßen kauften wir uns traditionell gebackene Zimtschnecken, die man aus 30 Metern Entfernung riechen konnte und schauten uns an, wie damals Bücher gedruckt wurden. Lulu im Wunderland. 
Auf Djurgarden gibt es außerdem eine Menge anderer Museen zu entdecken, wie zum Beispiel das Wasamuseum (Nein, nicht übers Knäckebrot, sondern ein gigantisches Schiff, welches 300 Jahre auf dem Meeresgrund lag und nun ausgestellt ist) oder das Abbamuseum (Ich.musste.einfach.hin.). Ich würde jedem empfehlen, sich diesen Teil Stockholms nicht entgehen zu lassen.


Ab in die Natur!

Mein eigentlicher Grund für meinen Schwedenbesuch war, dass mein Bruder dort momentan für ein Semester studiert und meine Mutter und ich ihn sofort besuchen wollten. Er lebt zur Zeit in Karlstadt, eine Studentenstadt ca. 3 Stunden von Stockholm entfernt. Wir unternahmen dort einen Ausflug zu einem der unzähligen Seen in der Gegend und für mich war es ein unvergessliches Erlebnis, was nicht nur durch die tolle Gesellschaft sondern auch durch die atemberaubende Natur Schwedens zu Stande kam. Auch, wenn ich keine Zeit hatte, die Gegenden um Stockholm herum zu erkundschaften, weiß ich ganz genau, dass es dort einiges zu entdecken gibt (den Beweis bekam ich, als unser Flugzeug Landekurs auf Stockholm nahm). 


Mein Tipp an euch ist deshalb, auch einmal aus der Stadt herauszukommen, wenn ihr schon einmal die Möglichkeit habt, in einem skandinavischen Land Urlaub zu machen. Einen Sommer in Schweden würde ich wahrscheinlich jeden Tag an irgendeinem See verbringen und dort dann Abends am Lagefeuer die Füße aus meinem Zelt baumeln lassen. 

Ich hoffe, mein Eintrag konnte euch einen kleinen Einblick über diese lebendige Stadt geben. Wenn ich noch einmal dort bin, kann ich hoffentlich noch tiefer eintauchen. Selbstverständlich könnt ihr euch bei eurem Trip auch Sehenswürdigkeiten wie das Parlamentsgebäude oder Kirchen ansehen, die bestimmt auch beeindruckend sind. Ich erzähle euch jedoch lieber von den Plätzen, an denen meine Erinnerungen an festesten hängen.
Wart ihr denn schon einmal in Schweden, vielleicht sogar in Stockholm? Was habe ich verpasst? 


Vielen Dank an meine tollen Begleiter. Es war wunderschön mit euch. 

Bis bald!

Kommentare:

  1. Oh ich hätte so viele Tipps für dich gehabt :o Besuch deinen Bruder nochmal und vorher quatschen wir :D

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  2. eine tolle Stadt, die etwas Stolzes, Klares und gleichzeitig Fröhliches und Gelassenes hat. Dies war mein erster Besuch im hohen Norden und macht Lust auf mehr. Vor allem aber war es schön durch dich, liebe Lulu und deinen Bruder Wolle!!! ich habe euch unendlich lieb und hoffe, wir können noch häufig zusammen so schöne Dinge erleben. Deine Line

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  3. Liebe Lulu, das sind wirklich wundervolle Fotos.
    Stockholm reizt mich schon lange, ich hoffe ich komme da bald mal hin.

    Alles Liebe
    Sophie Kunterbunt

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