HOME             WIR             BLOG             DIY             FOOD             LIFESTYLE              IMPRESSUM & DATENSCHUTZ





Montag, 6. Oktober 2014

DIY: Kürbis mit Blumenmuster (oder so)

"Fratzen in Kürbisse schneiden kann ja jeder, aber DAS ist doch mal was!", dachte ich mir zumindest, als ich voller Faszination wunderhübsche Kürbisse mit den allerhübschesten, filigranen Blumenmustern auf Pinterest bewundert habe. Und wenn ich so schöne DIY-Projekte sehe, rastet das ehrgeizige Kreativ-Zentrum in meinem Hirn ein bisschen aus und bringt mich dazu schnellstmöglich ein Kürbis-Schnitzset und einen knallorangen Kürbis zu besorgen. Nun ja. Hätte ich mal gar nicht erst nach "carved pumpkins" auf Pinterest gestöbert, denn wir wissen ja alle: What you see on Pinterest is not real. Und demnach ist es ja bestimmt in echt überhaupt nicht möglich so einen schönen Kürbis zu schnitzen und deshalb konnte mein Projekt ja auch nur scheitern. Heute präsentiere ich euch keine erfolgreiche Anleitung für einen wunderhübschen Kürbis mit Blumenmuster, sondern biete euch eher einen Praxis-Bericht meines kläglichen Versuches - falls ihr mehr Glück und Talent habt, könnte meine Anti-Anleitung aber vielleicht auch zum Erfolg führen.


So - tadaaa - das ist mein Kürbis. Möglicherweise lässt sich das Blumenmuster, das ich im Sinn hatte, halbwegs erahnen, aber es ist auf keinen Fall so geworden, wie ich mir das vorgestellt hatte. Falls ihr euch mal auf Pinterest umseht, ist mein Kürbis eher eine Lachnummer. Hm. Falls ihr etwas ähnliches planen solltet (lasst es lieber!), das hier war meine Ausrüstung:


ein Kürbis (in meinem Fall "Sunny Hokkaido")
verschiedene Messer
Bastelskalpell
Akkuschrauber (jep!)
Skizze
Kürbis-Schnitzset (nur bedingt empfehlenswert)

... die Skizze hatte ich frohen Mutes schnell auf's Papier gekritzelt und war fest davon überzeugt, dass ich mit meinem Werkzeug dieses Muster 1:1 auf den Kürbis übertragen könnte. Schließlich hatte ich ja extra ein Kürbis-Schnitzset (für knapp 10€ im Supermarkt, gibt's aber auch überall im Internet) gekauft. Warum das Schnitzset aber so gut wie gar nichts genützt habt, seht ihr gleich.


Angefangen habe ich natürlich mit dem Aushöhlen* des Kürbis. Weil ich den oberen Teil mit dem grünen Fleck an meinem Kürbis so hübsch fand, wollte ich den Kürbis lieber von unten aushöhlen. Ob das an sich schwieriger als von der anderen Seite ist, kann ich nicht sagen, aber... es war unglaublich anstrengend. Ich hatte zuvor erst einmal einen Kürbis ausgehöhlt und hatte das überhaupt nicht so schwierig in Erinnerung. Ich glaube, ich war fast eine Stunde mit dem Aushöhlen beschäftigt - das Werkzeug hat dabei überhaupt nicht geholfen und ich habe auf Messer und Löffel zurückgegriffen. Als der Kürbis endlich halbwegs gut ausgehöhlt war, war ich auch noch recht zuversichtlich, dass ich den Rest auch gut hinbekommen würde...

*Schmeißt das Kürbisfleisch bloß nicht weg, daraus lassen sich ganz viele Köstlichkeiten zaubern! Ich habe aus dem Kürbisfleisch Püree hergestellt, das ich dann für leckere Kürbis-Muffins verwendet habe.


Mit diesem kleinen "Kopierrädchen" aus meinem Schnitzset sollte es möglich sein, die Skizze auf den Kürbis zu kopieren. Hat nicht geklappt. Nur, wenn ich ganz stark aufgedrückt habe, ließ sich eine leichte Spur auf dem Kürbis erkennen. Ich hatte erst überlegt, ob ich die Vorlage mit Bleistift direkt auf den Kürbis zeichnen sollte, habe mich dann aber dagegen entschieden und direkt losgelegt.


Zum Schnitzen der "Zweige" habe ich eine der Kürbis-Sägen und mein Bastelskalpell benutzt, aber irgendwie hat das nicht so richtig hingehauen. Das Skalpell ließ sich nicht gut "lenken" und ich hatte die ganze Zeit Angst abzurutschen und mit der Säge wurde alles gar nicht so schön filigran. Die Kanten waren sehr ausgefranst, überall hing Kürbis und an dieser Stelle habe ich schon gezweifelt, ob ich überhaupt weiter machen sollte. Mit dem Skalpell habe ich dann noch ein paar "Blätter" in die Kürbisschale gekratzt - vielleicht hätte ich die Zweige auch nur in den Kürbis kratzen sollen, anstatt sie auszusägen. Die "Blüten" wollte ich mit einem Akkuschrauber in den Kürbis bohren - ich hatte oft im Internet gelesen, dass das super funktionieren sollte. Mein Akkuschrauber war vorne aber nicht lang genug, um den Kürbis komplett zu durchbohren und dann war auch noch der Akku leer und ich griff auf den kleinen Handbohrer aus dem Schnitzsetz zurück, aber...


... der ist nach ein paar Löchern durchgebrochen und die Säge machte zwischendurch auch keinen guten Eindruck mehr. Zu diesem Zeitpunkt sah meine Wohnung aus als wäre der Kürbis explodiert, der Kürbis selbst sah nicht so aus wie er sollte und die Hälfte meines Werkzeugs war kaputt. Ich habe aufgegeben. Ich habe vier Stunden lang versucht einen pinterest-mäßigen Kürbis zu zaubern, ich hatte Geduld, ich habe mein Bestes geben, aber irgendwie hat es dann doch nicht hingehauen. Die Zweige sind trotz größter Bemühungen so grob geworden und insgesamt sieht es so gar nicht aus, wie ich mir das vorgestellt hatte. Ich bin quasi gescheitert, aber what you see on Pinterest is not real.


Ich habe mich dabei an die Anleitung vieler Kürbiskünstler gehalten und kann mir auch vorstellen, dass das eigentlich so hinhauen müsste, aber vielleicht habe ich auch einfach kein Händchen dafür. Ich rate euch eher von dem Kauf eines Schnitzsets ab - eine richtig gute Säge (die sich nicht sofort verbiegt) würde schon reichen. Das restliche Set konnte ich jedenfalls nicht gebrauchen. Das nächste Mal werde ich auch wieder einfacherere Fratzen in den Kürbis schnitzen oder die Kürbisse einfach bemalen - das erspart einem auf jeden Fall sehr viel Stress und so hübsch wie ein geschnitzter Kürbis auch sein mag, am Ende hält er ja trotzdem nur ein paar Tage.

Dem ganzen Desaster wurde dann noch ein Krönchen aufgesetzt, als...


... ich gerade dabei war den Kürbis samt leuchtender Kerze zu fotografieren und sich auf einmal ein köstliches Röst-Aroma in meiner Wohnung ausbreitete. Einen Kürbis zu schnitzen, der gar nicht gut gelingt, ist noch viel deprimierender, wenn man am Ende nicht einmal eine echte Kerze hineinstellen kann, ohne dass der Kürbis vor sich hin schmurgelt. Gut, fassen wir die positiven Erlebnisse dieses DIY-Projektes zusammen: Ich habe keinen Finger verloren und die Wohnung nicht ganz abgefackelt.

Verwandelt ihr Kürbisse in kleine Kunstwerke? Habt ihr vielleicht Tipps für mich (obwohl ich das nun vermutlich erst einmal nicht nochmal versuchen werde)? Und falls ihr euch auch in ein Kürbis-Schnitz-Abenteuer stürzt: Viel Glück! Kürbisse können ganz schön stur und unkooperativ sein.




1 Kommentar:

  1. Akkuschrauber... großartig. Die herbstliche Optik des Kürbis ist jedenfalls wirklich gut gelungen.

    AntwortenLöschen