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Mittwoch, 19. März 2014

[Guestpost] Ein Bücherfan geht fremd - E-Reader: ja oder nein?

Für alle Bücherwürmer haben wir heute einen ganz besonders interessanten Gasteintrag - die liebe Becka erzählt euch, warum sie sich für einen E-Reader entschieden hat. Mir (Jule) selbt hätte dieser Eintrag bei meiner eigenen Entscheidungsfrage vor ein paar Wochen unheimlich geholfen und jetzt, als weitere zufriedene Besitzerin eines E-Readers, stimme ich Becka mit ihrer Argumentation absolut zu! Danke, Becka!


Ich war schon immer die größte Leseratte und der größte Bücherfan, den man sich vorstellen kann. In der Grundschule habe ich sämtliche Hanni und Nanni-Bücher von Enid Blyton verschlungen und mir vorgestellt, wie es sein würde, selbst im Internat zu leben und Mitternachtspartys zu feiern. Dolly, Tina und Tini, 5 Freunde, Pferdebücher, irgendwann Delfinbücher… Ich habe sie alles gelesen, habe alles, was mir in die Finger kam, verschlungen, ganz vieles davon sogar mehrmals.

Und auch als ich älter wurde, hat sich dieses Verhalten nicht geändert. Ich habe gelesen und gelesen und gelesen, ob Deutsch oder Englisch war und ist mir völlig egal. Im Laufe der Zeit habe ich mir so eine durchaus beachtliche Sammlung an Büchern zugelegt.

 
Wie ihr auf den Bildern sehen könnt, platzen meine Regale aus allen Nähten und immer öfter erwischte ich mich bei der Frage: wohin mit all meinen Büchern? Denn obwohl ich wirklich keinen Platz mehr habe, gibt es trotzdem so viele Autoren, die fleißig ihrer Arbeit nachgehen und jedes Jahr ein neues Buch auf den Markt werfen, das ich unbedingt haben muss. Die Jugendbücher sind längst in Kisten verschwunden, aber den Platz, den ich dadurch bekommen habe, habe ich längst mit anderen Büchern wieder aufgefüllt. Mittlerweile stapelten sich einige Bücher in, auf und vor meinem Nachttischchen, selbst in der Küche habe ich einige Romane rumfliegen und auch in meinem Bad findet man gerne mal ein paar Exemplare. 


Der Platz wurde immer weniger, da ich leider kein Bücherzimmer in meiner Wohnung besitze (DAS wäre ein absoluter Traum!). Und auch wenn es für mich nichts Schöneres gibt, als ein brandneues Buch in der Hand zu halten, es aufzuschlagen, über die weißen, weichen Seiten zu streichen, die noch kein Mensch vor mir berührt hat und einfach nur ein bisschen darin zu blättern, habe ich mich nach mehrmonatiger intensiver Überlegung dazu entschieden, modern zu werden und mir einen ebook-Reader zu kaufen. Die Entscheidung stand also fest, doch als ich dann anfing, mich über die verschiedenen Modelle zu informieren, war ich zunächst schlichtweg überfordert. Ich hatte ja keine Ahnung, wie viele Reader es da draußen gibt. Kobo, Sony, einer der verschiedenen Kindle-Modelle, der Tolino, PocketBook, ein Bookeen und und und. Tagelang war Google mein bester Freund und durfte mir all meine Fragen beantworten. Wie liegen diese Reader preislich, welche Leistung bringen sie, welche Formate können sie lesen (ich wusste bis zu diesem Zeitpunkt nicht mal, dass nicht jeder Reader alle Formate lesen kann – Sauerei!), wie viel Speicherplatz haben sie …

Zwischendurch war ich fast soweit, diesen Plan wieder zu verwerfen und doch bei den Büchern zu bleiben. Aber mit jedem Blick mehr, der auf meine Bücherregale fiel, wurde mir klar, dass ich fast keine Wahl hatte. Ich musste diese Reader-Sache probieren. Hinzu kam außerdem noch, dass viele Autoren, vor allem die, die Self-Publishing betreiben, ihre Bücher erstmal nur als ebook anbieten. Und weil ich keine Lust hatte, jahrelang auf eine gebundene Ausgabe zu warten – sofern es überhaupt eine geben sollte, blieb mir keine andere Wahl, als mich endlich für einen Reader zu entscheiden.

Nach dem Austausch mit Freunden und Bekannten, die alle längst einen ebook-Reader besaßen, habe ich diesen kleinen Kumpel hier gewählt:


Mein Tolino Shine liest alle pdf-Formate und alle epub-Formate und die meisten ebooks werden auch in diesen Formaten angeboten. Ich bin ein bisschen ein Feind von Amazon geworden, weshalb ich mich über einen Kindle nicht an Amazon binden wollte. Ebooks für den Tolino kann ich von weltbild.de, buecher.de, thalia.de, hugendubel.de und vielen anderen Seiten kaufen und bin damit nicht so eingeschränkt, wie ich es bei Amazon gewesen wäre. Außerdem kostete er mich – ich hatte ein Angebot erwischt – nur 89 Euro und war damit ein Schnäppchen, das sich absolut gelohnt hat. Er ist kinderleicht zu bedienen, der Akku hält wirklich 6-8 Wochen und in dem einen Monat, seit ich das Teil besitze, habe ich bereits 8 Bücher gelesen. Auch in der Sonne spiegelt nichts und der „Einband“ meines Tolinos ist angenehm weich und liegt prima in der Hand. Die Beleuchtung kann ich jederzeit ein- oder ausschalten und auch für Reisen hat man jederzeit genug Lesestoff dabei ohne sich mit massenhaft Büchern tot zu schleppen (meine letzte Zugfahrt verging wie im Flug :-)).

Kurzum: Ich hätte es nicht gedacht, aber ich bin absolut begeistert und ein bisschen sehr in meinen Tolino verliebt - nicht zuletzt deshalb, weil er den tollsten Bildschirmschoner aller Zeiten hat (siehe Bild).
Natürlich kaufe ich weiterhin auch gebundene Bücher, denn seien wir doch mal ehrlich: es geht einfach nichts über Buchboxen oder ein wundervoll gestaltetes Hardcoverbuch oder das Gefühl, über die brandneuen Buchseiten zu streichen. Aber für den Moment bin ich einfach nur glücklich mit meinem Baby und lese noch mehr als sonst, weil ich nun auch Zugriff auf die Welt der nur als ebooks veröffentlichen Geschichten habe. Und alleine dafür haben sich diese 89 Euro schon gelohnt.

Für mich löst der Reader die Bücher nicht ab, sondern ergänzt die Welt der zauberhaften, traurigen, schönen, dramatischen und spannenden Geschichten. Ich würde mich definitiv wieder so entscheiden und bereue nicht, mich nicht weiter gegen dieses Spielzeug zu wehren. 

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