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Dienstag, 5. November 2013

Mein liebstes Dublin

Gibt es einen (eigentlich fremden) Ort auf der Welt, der euch von der ersten Sekunde an schon fast magisch in seinen Bann gezogen hat, an dem ihr euch einfach sofort pudelwohl gefühlt habt, der euer Herz mit all seinen wunderbaren Facetten vor lauter Freude und Glück fast zum Zerplatzen hat? Für mich ist dieser Ort Dublin.



Meine irische Liebesgeschichte begann schon vor über 6 Jahren. Mit gerade einmal 17 Jahren ließen mich meine (äußerst verantwortungslosen) Eltern meine erste große unbeaufsichtigte Reise antreten. Gemeinsam mit zwei ziemlich verrückten Freundinnen (nennen wir sie mal Resi und Lulu) ging es nach Irland. Es war Liebe auf den ersten Blick.



Irland ist mein Land. Dublin ist meine Stadt. Dublin ist mein zweites Zuhause. Für über ein Jahr war Dublin auch tatsächlich mein Zuhause - vor dem Studium habe ich in Sandymount, einem wunderschönen Stadtteil mit Dorfcharakter in der Dubliner Bucht, bei meiner irischen Familie als Au-Pair gelebt. Ich nenne sie ganz bewusst "meine irische Familie" und nicht meine Gastfamilie, denn während meiner Zeit in Irland habe ich nicht unendlich viel über das Land gelernt und mich immer mehr verliebt, sondern auch eine zweite Familie gewonnen.



In diesem Eintrag soll es jedoch nicht über meine Zeit als Au-Pair gehen (auch wenn ich damit im wahrsten Sinne des Wortes schon ein Buch füllen konnte - das ist eine andere Geschichte). Dieser Eintrag soll auch kein Reiseführer sein, der euch empfiehlt die Guinness-Brauerei zu besuchen und all die anderen Touristen-Ziele anzupeilen. Vielmehr möchte ich euch mit diesem Eintrag die Orte in Dublin zeigen, die es zu meiner Stadt gemacht haben - die Orte, die mich verzaubert haben.


Beginnen möchte ich meinen kleinen Rundgang durch Dublin mitten in der Stadt im St. Stephen's Green - meinem liebsten Park in Dublin. Der Park ist sowohl bei Touristen, als auch bei Einheimischen, sehr beliebt und demnach auch immer gut gefüllt, was bei seiner Vielfalt und den wunderschönen Anlagen auch nicht verwunderlich ist. Hier habe ich schon oft gepicknickt, hier habe ich auch schon öfters mit einem guten Buch die irischen Sonnenstrahlen genossen, hier haben Resi und ich letztes Jahr überlegt, wie ihr Baby wohl heißen könnte und hier hat Baby Julius dieses Jahr seinen Stoff-Esel verloren (und nach einer Stunde panischen Suchens haben wir ihn wiedergefunden).


Ein Park, den ich fast genauso gerne mag und der vom Stephen's Green auch nur einen Katzensprung entfernt ist, ist der Merrion Square. Direkt gegenüber befinden sich das Natural History Museum und die National Gallery, aber was noch sehenswerter als die Gemälde in der Gallery sind, sind die Kunstwerke, die die (oft unbekannten) Künstler am Wochenende rund um den Merrion Square verkaufen. Einer meiner möglichen Heimwege führt am Merrion Square entlang und ich bin oft voller Begeisterung und Bewunderung mehrmals um den Park geschlendert und kam voller Inspiration mit der Motivation nach Hause eines Tages dort auch mit meinen Bildern zu sitzen. Leider hängen zwischen den Bildern Schildchen mit der Bitte die Bilder nicht zu fotografieren und das ist auch der Grund, weshalb ich euch hier kein Beispiel zeigen kann, aber ich habe dieses wunderbare Gefühl für mich in einem Marmeladenglas eingefangen (das ich damals mit pochendem Herzchen in mein Tagebuch gezeichnet habe).

(Die ganzen bunten Türchen der Georgian Häuser findet man übrigens auch rund um den Merrion Square)

Ein anderer Ort, den ich besonders gerne einmal im Monat aufgesucht habe, ist der Dubliner Flohmarkt im Co-op am Newmarket Square. Der Flohmarkt findet jeden letzten Sonntag im Monat statt und neben Studenten und anderen netten Iren, die ihren Krimskrams verkaufen, bieten dort auch immer viele Künstler ihre Werke an.



Ähnlich gerne wie auf dem Flohmarkt, stöbere ich in Dublin gerne durch die zahlreichen Secondhand/Thrift Shops. Die sind überall in der Stadt verteilt, aber die meisten in einer Ecke findet man - neben zahlreichen ausländischen Supermärkten und eher fragwürdigen Shops - in der Capel Street.


Ich bleibe kurz beim Shopping und nutze die Gelegenheit, um meine liebsten Geschäfte in Dublin zu erwähnen. Mein liebster Buchladen ist definitiv Chapters (Parnell Street). Eigentlich ist Chapters nicht einmal ein Buchladen, sondern ein Buchparadies. Ich kann gar nicht sagen, wie viele Stunden meines Lebens ich mich in dieser Wunderwelt verloren und sie schließlich mit schweren Tüten wieder verlassen habe. Das Geschäft besteht aus zwei Etagen und während die untere Etage noch ansatzweise mit einem gewöhnlichen Buchladen vergleichbar ist, ist die gesamte obere Etaget nur mit Secondhand-Büchern zu Schnäppchenpreisen gefüllt - fein säuberlich nach Genres und Autoren sortiert. Ein Traum!
Ein wunderbarer Laden, um nach Geschenken zu stöbern oder auch einfach nur niedlichsten Krimskrams und Küchen-Accessoires zu bestaunen ist Avoca (Suffolk Street). Die Verkaufsfläche geht über mehrere Etagen (mit Wendeltreppe!) und außerdem gibt dort ein ebenso wunderbares Café mit den leckersten Kuchenstückchen, Scones und Tee.


Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Geschäfte, die ich absolut empfehlen kann, aber das würde eher einen ganzen Eintrag für sich füllen. Ich möchte bei dieser kurzen Sequenz über meine Lieblingsläden aber nicht Penneys auslassen. Penneys ist das, was hier in Deutschland als Primark bekannt und verschrien ist. Was viele vielleicht nicht wissen, ist, dass Primark ursprünglich aus Irland kommt und Penneys somit das Ur-Primark ist. Das Angebot und die Preise sind die gleichen, aber in keinster Weise lässt sich die Atmosphäre (und Ordnung) bei Penneys mit der beim "deutschen" Primark vergleichen. Natürlich sollte man nicht unbedingt an einem Samstagnachmittag das Penneys in der O'Connell Street aufsuchen, aber an jedem anderen Tag lässt es sich (zumindest in der Mary Street) absolut entspannt und stressfrei bummeln - sogar ohne Schlangen an den Umkleiden. Da Penneys für die Iren nichts Neues und im Gegenteil absolut normal ist, gibt es dort keinen breit diskutierten Hype - zum Glück!


Nachdem ich eben schon von einem meiner möglichen Heimwege (Merrion Square) erzählt habe, möchte ich euch nun noch einen weiteren zeigen. Die (südlichen) Docklands entlang der Liffey führen zum Hafen somit und auch Richtung Sandymount. Ich bin diesen Weg besonders gerne abends in der "Golden Hour" entlang spaziert, weil die Sonne dann direkt über der Liffey untergangen ist und das meistens ein besonders schönes Schauspiel war. Ich muss allerdings auch gestehen, dass ich den Weg nie alleine gegangen bin, weil er teilweise doch recht verlassen ist. Auch wenn der Unterschied zwischen den neuesten Büro-Glaskästen und den alten, leer stehenden Lagerhallen des Hafens total interessant zu betrachten ist, hätte ich alleine in der Gegend ein wenig Angst gehabt.

(Das Riesenrad, das Dublin Wheel, gibt es mittlerweile leider gar nicht mehr.)


Auch schön bei Nacht:


So, nun aber zu meiner irischen Heimat. Sandymount ist vom City Centre etwa 3km entfernt, also in einer halben Stunde gut zu Fuß zu erreichen. Die Gegend ist recht vornehm und teuer, was nicht zuletzt an der perfekten Lage liegt. Sandymount hat, wie gesagt, einen tollen und gemütlichen Dorfcharakter, was eigentlich mitten in einer Hauptstadt eher eine Seltenheit ist. Wenn ich mir einen Ort auf der Welt aussuchen könnte, an dem ich leben müsste, würde meine Wahl wahrscheinlich auch wirklich auf Sandymount treffen, einfach weil die Lage so perfekt ist. Es gibt im niedlichen Dorfkern alles, was man für den Alltag braucht, man ist innerhalb weniger Minuten in der Stadt und das beste: der Strand. Von meinem irischen Zuhause aus ist er keine 5 Minuten entfernt. Ich glaube, es gab wenige Tage, an denen ich innerhalb meines Jahres in Irland nicht am Strand war - egal, bei welchem Wetter.


Die letzten beiden Lieblingsorte "in" Dublin, die ich euch zeigen möchte, befinden sich ein wenig außerhalb und zählen deshalb zu meinen liebsten Wochenend-Ausflugszielen. Zum einen ist das Howth, die Halbinsel vor Dublin. Howth ist in nullkommanix mit Bus oder Bahn zu erreichen, der Cliff Path eignet sich wunderbar für einen Sonntagsspaziergang und unten am Fischerhafen findet am Wochenende ein Bauernmarkt statt, auf dem hausgemachte Köstlichkeiten angeboten werden.


Ein weiteres Lieblingsausflugsziel vor den Toren Dublins sind die Wicklow Mountains. Die Fahrt mit dem Bus dauert nicht einmal eine Stunde (ist dafür aber ein wenig holprig) und die Landschaft ist atemberaubend (Anekdote: Die irischen Szenen aus "PS Ich liebe dich" wurden hier gedreht - nur, damit man sich das mal vorstellen kann). Allerdings muss ich zugeben, dass ich niiie Glück mit dem Wetter in Wicklow hatte und es entweder immer zu nebelig oder zu nass war. Schön war's trotzdem immer - gerade, wenn man in der Nähe Dublin ein bisschen "richtiges" Irland erleben möchte.


Ich könnte noch viel, viel mehr über Dublin erzählen und über Irland sowieso. Vielleicht werde ich irgendwann mal Einträge über andere Ecken der Insel schreiben, aber erstmal soll dieser Eintrag bzw. diese Liebeserklärung an Dublin genügen, um euch einen kleinen Eindruck zu verschaffen.


Mit jedem weiteren Besuch und jeder weiteren Sekunde in Dublin verliebe ich mich immer wieder auf's Neue in meine Stadt, in mein zweites Zuhause.

Dublin is not just a place.
It's a feeling. It's a mood, an energy, a spirit.
A sense of connection, of belonging, of home-coming.
A state of mind, an easy warmth, a contagious zest for life.
It's a passion for music, laughter and conversation.
It's open and genuine and generous.
It's tranquil and wild and spontaneous.
And whoever you are, wherever you're coming from, whatever you're into...
... be warned.
You're going to fall in love with Dublin.
Not just once... but over and over and over again.

(TrulyMadlyDeeply Dublin)

Kommentare:

  1. Liebe Jule :)
    Ein wirklich toller Beitrag. Bin noch nicht allzu lange in Dublin und diese "Insider"-Tipps sind wirklich hilfreich :) Danke dafür! Generell habt ihr einen wunderbaren Blog & zwischen all dem Kindergeschrei gucke ich nur allzu gerne rein :) Liebste Grüße von Mareike aus Dublin! <3

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  2. Oh, vielen Dank :). Es freut micht, dass ich dir mit dem Eintrag ein paar Tipps geben konnte. Falls du mal Fragen zu irgendwas irischem hast, helfe ich gerne weiter :)
    Liebe Grüße, Jule

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  3. Hachz #heimweh.
    Aber wo man sich denn hinstellen, um dieses Foto http://4.bp.blogspot.com/-LZ9P1MXfSJU/UngXuLmu2fI/AAAAAAAAAhE/XY4KPArJ-nE/s1600/dublin3.jpg zu machen? Das ist ja toll.

    Und danke für das tolle Zitat, das kommt demnächst an meine Wand ;)

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    1. Ach, das Foto hab ich nebenbei gemacht, als ich über's Wasser gelaufen bin :D. Naja, nein. Ganz hinten in den Docklands gibt es noch eine Brücke, die Ringsend mit dem Hafen verbindet. Man kommt dann direkt zum Kreisverkehr am Point - die Brücke ist der Grund, warum ich nur 15 minuten zum Point brauchte und von Zuhause mit dem Aircoach-Bus auch nur 20 Minuten zum Flughafen gebraucht habe. Autos müssen bezahlen, um über die Brücke zu fahren (2€, glaub ich), so soll der Verkehr dahinten eingedämmt werden.

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  4. bitte gerne mehr über Dublin und Irland!
    Du schreibst so wunderbar, dass man sofort hinfahren möchte! :-)

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  5. Ein sehr schöner Eintrag!
    Ich lebe gerade in Dublin, weil ich hier ein Praktikum mache. In den Wicklow Mountains war ich gestern, allerdings hatte ich auch kein Glück mit dem Wetter :D
    Ich würde mich auf jeden Fall auch über mehr Einträge und Erfahrungen freuen.
    Wenn du möchtest, kannst du auch gerne mal auf meinem Blog vorbeischauen - den habe ich extra für meine Zeit in Irland eingerichtet :)
    http://sanna-adventurous.blogspot.ie/

    Liebe Grüße aus Irland,
    Sanna

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